2012
INTERNATIONALE WEINGARTENER TAGE FÜR NEUE MUSIK

Herzlich willkommen

"Alle bisherigen Komponisten äußerten sich begeistert von der Weingartener Atmosphäre: die schönen Säle in der Pädagogischen Hochschule hoch neben der Basilika gelegen, das idyllische Städtchen, das Beisammensein nach den Konzerten in gemütlichen Gasthäusern, die lebendigen Gespräche mit den Komponisten: Solche kleinen Festivals zeichnen sich durch eine wohltuende Konzentration auf die Musik selbst aus." (neue musikzeitung 2011)

 

Die letztjährigen Internationalen Weingartener Musiktage 2011, veranstaltet durch den Förderkreis der Weingartener Tage für Neue Musik e.V., waren erneut ein großer Erfolg. Brice Pauset verstand es, sein Publikum sowohl als Musiker als auch Gesprächspartner unterhaltsam und informativ auf neugierige Fragen der Zuhörer zu antworten und in seinen Bann zu ziehen. Das 2008 entstandene Monodram für Stimme, Klavier und Live-Elektronik mit dem Titel Exercises du Silence, das an der Deutschen Oper Berlin uraufgeführt wurde, bildete den Mittelpunkt des Festivals und stieß auf überragende Resonanz.

Die Musiktage wurden 1986 erstmals durchgeführt und haben sich zu einem großen Erfolg entwickelt und genießen einen "hervorragenden Ruf", wie aus der regionalen und überregionalen Berichterstattung zu ersehen ist.

Nach Brice Pauset, der gerade erst dabei ist, sich mit schnellen Schritten immer mehr zu etablieren und damit die Reihe der Komponisten, die bisher in Weingarten waren, ergänzt, wie John Cage, Karlheinz Stockhausen, Wolfgang Rihm, Mauricio Kagel, György Kurtág oder Sofia Gubaidulina, haben wir in diesem Jahr das Glück, erneut den Altmeister der Neuen Musik zu Besuch in Weingarten zu haben:

Helmut Lachenmann


Helmut Lachenmann wird während des dreitägigen Festivals anwesend sein und sich an der Durchführung der Veranstaltung beteiligen - wie dies bei uns üblich ist. Zusammen mit dem Komponisten haben wir ein besonders interessantes Programm zusammengestellt. In drei Konzerten und einem Gesprächskonzert mit Helmut Lachenmann werden alle Facetten seines Schaffens präsentiert. International renommierte Interpreten, die viele Jahre mit Lachenmann zusammengearbeitet haben, werden seine Werke aufführen.


Den Einstieg in das Festivalwochenende am Freitag bilden die drei Streichquartette "Gran Torso", "Reigen seliger Geister" und "Grido", wofür das Stadler Quartett aus Salzburg gewonnen werden konnte. Wie gewohnt geht es am Samstag um 17 Uhr weiter mit dem Gesprächskonzert. Helmut Lachenmann arbeitet hier mit Interpreten und gibt eine Einführung in ausgewählte Werke, außerdem wird er für Publikumsfragen zur Verfügung stehen. Am Abend folgt das Ensemblekonzert, bei dem die Kölner musikFabrik die beiden Werke "…zwei Gefühle…Musik mit Leonardo" und "Mouvement (-vor der Erstarrung)" interpretiert. Helmut Lachenmann wird zu Beginn des Konzerts zudem selbst als Sprecher auftreten. Das Sonntagskonzert ist dagegen ganz den Klavier- und Kammermusikwerken gewidmet – erneut agiert Helmut Lachenmann selbst als Interpret seiner Klavierstücke.

 

Mit diesem Musikfestival erreichen wir neben Oberschwaben und dem Bodenseegebiet auch das überregionale Publikum. In den Veröffentlichungen des Goethe-Institutes, Neue Musik - Aktuelle Tendenzen, 2009, vermerkte M. Nyffeler u.a.: "Ganz im Süden der Republik liegt die Stadt Weingarten, und hier gibt es jeden November ein feines Wochenendfestival: die Internationalen Weingartener Tage für Neue Musik. Sie werden von Rita Jans organisiert und genießen einen hervorragenden Ruf in Fachkreisen."


Wir fühlen uns sehr geehrt, dass in den vergangenen Jahrzehnten die weltweit größten Komponisten unserer Einladung gefolgt sind und während des Festivals drei bis fünf Tage in Weingarten anwesend waren: John Cage (USA) hat 1986 mit den Weingartener Tagen für Neue Musik sein einziges Komponistenportrait in Deutschland durchgeführt. Der Bahnbrecher für Neue Musik Karlheinz Stockhausen war zweimal (1992, 2000) bei uns in Weingarten. Er hat, wie auch der festivalscheue György Kurtág (Ungarn), die Internationalen Weingartener Tage für Neue Musik anderen Festivals vorgezogen. Der Grund mag sicherlich auch darin liegen, dass die Initiatorin Rita Jans mit vielen dieser großen Komponisten in freundschaftlicher Verbindung steht, besonders bei Stockhausen war diese Affinität stark ausgeprägt.
Entsprechend werden unsere Konzerte ausgiebig in der regionalen Presse besprochen, aber auch in der überregionalen Presse sind wir regelmäßig und umfassend vertreten (FAZ, Süddeutsche Zeitung, Südkurier, Südwestpresse, Schwäbische Zeitung u.a.) sowie in allen führenden Musikzeitschriften. Der renommierte Musikkritiker Dr. Schulz schrieb in der Süddeutschen Zeitung: "Weingarten ist in Deutschland immer noch die erste Adresse, wenn man einen Komponisten gründlich und perspektivenreich kennenlernen will." (15.12.04)
In der Februarausgabe 2006 der Neuen Zeitschrift für Musik hieß es: "Dass die Weingartener Tage für Neue Musik nun bereits seit 1986 einem interessierten Publikum die Möglichkeit eröffnen, einen Komponisten oder eine Komponistin persönlich kennen zu lernen, gehört zu den Glücksfällen unseres Musiklebens." In der FAZ vom 20.11.2007 schrieb Gerhard Rohde: "Ein Vorzug des Weingartener Neue-Musik-Festivals liegt in der Konzentration: drei Tage mit vier reichbestückten Konzerten, in denen ausschließlich Werke des jeweils eingeladenen Komponisten aufgeführt werden. Die Anwesenheit der Komponisten schafft eine vertrauliche Atmosphäre: Der sympathische Komponist zum Anfassen fördert das vorurteilsfreie Hören beim Publikum." Es sei erstaunlich, dass es immer wieder gelänge, mit dem zur Verfügung stehenden Etat "bei dem in Weingarten tatsächlich beispielhaft neugierigen Publikum" auf große Resonanz zu stoßen.
In der nmz 12/08 hieß es: "Die Besonderheit [der Internationalen Weingartener Tage für Neue Musik] liegt darin, dass sie nicht, wie etwa Donaueschingen oder Witten, einen umfassenden Überblick über die neuesten Kreationen von zwei Dutzend Komponisten bieten, sondern jeweils einen zeitgenössischen Komponisten in drei Festival-Tagen umfassender präsentieren. Das macht durchaus Sinn: Viele jüngere und sogar ältere Komponisten werden hier und da mit meist nur einem Stück uraufgeführt, eingezwängt oft von bereits renommierten Kollegen. Da lässt sich manchmal nur schwer erkennen, welche Substanz ein noch im Wachsen befindliches Schaffen gewonnen hat. In Weingarten wird das in der Intensivierung besser und schneller erkennbar. Darin liegt der besondere Wert der Weingartener Musiktage."
Dass die Neue Musik nicht nur unmittelbar emotional berührt, sondern häufig auch der Erläuterung und Diskussion bedarf, wurde in Weingarten früh erkannt, deshalb wurde stets ein Festivalschwerpunkt auf die Vermittlung dieser Musik gelegt. Komponisten erläutern ihre Werke, stellen sich der Diskussion mit dem Publikum, proben mit den Interpreten, Studierenden oder auch Schülern und Kindern aus Weingarten und Umgebung und erläutern dabei Fragen der Kompositionstechnik, der Ästhetik und der Interpretation. Diesen Vermittlungsaspekt hebt besonders der Musikkritiker Gerhard Rohde hervor: "Schon bevor auch andere Festivals für Neue Musik das Thema 'Vermittlung' entdeckten, wurde in Weingarten an den musikalischen Nachwuchs gedacht. Die jeweiligen Komponisten erarbeiteten mit jungen Instrumentalisten eigene Werke, die Ergebnisse wurden dann in einem gesonderten Konzert der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt." (nmz 12/08)