2011
INTERNATIONALE WEINGARTENER TAGE FÜR NEUE MUSIK

Herzlich willkommen

"Wie für Weingarten selbstverständlich, war die interpretatorische Qualität bei den Musiktagen mit Sofia Gubaidulina auf hohem Niveau."
(Gerhard Rohde, FAZ, 13.11.2010)

Die letztjährigen Internationalen Weingartener Musiktage (veranstaltet vom Förderkreis) anlässlich des 25. Jubiläums waren ein unvergesslicher Erfolg. Mit großer Begeisterung hat das Publikum die Musik von Sofia Gubaidulina aufgenommen. Die Konzerte waren sehr gut besucht, besonders das Basilika Konzert mit dem "Sonnengesang" erwies sich als Höhepunkt. Nach dem Festival erreichten uns überschwängliche Rückmeldungen.

Die Musiktage wurden 1986 erstmals durchgeführt und haben sich zu einem großen Erfolg entwickelt und genießen einen "hervorragenden Ruf", wie aus der regionalen und überregionalen Berichterstattung zu ersehen ist.

Die diesjährigen Musiktage sind dem Komponisten Brice Pauset gewidmet. Damit soll einem jüngeren Komponisten ein Forum für sein Schaffen geboten und sein abwechslungsreiches und vielseitiges Werk dem Publikum vorgestellt werden.
Mit Brice Pauset, geboren in Besançon, kommt ein Komponist nach Weingarten, der hochgeschätzt wird und mit seinen Kompositionen immer wieder auf Begeisterung stößt. Außergewöhnlich ist, dass er in seinem Schaffen immer wieder ernste, philosophische Themen anspricht und diese gekonnt in Klang umsetzt. Das Festival scheint wie für Brice Pauset gemacht, denn die Besucher erwartet ein facettenreicher Komponist, der sowohl einen Sinn für die Geschichte als auch das Gespür für die diffizile Veränderung des Klanges besitzt.
Seine Werke erklingen auf den großen internationalen Musikfestivals, u.a. dem Festival d'Automne à Paris, Wien Modern, Musica Viva München, den Donaueschinger Musiktagen sowie den Wittener Tagen für neue Kammermusik. Während der Saison 2004/2005 war er Composer in residence an der Mannheimer Oper. 2008 wurde Brice Pauset als Professor für Komposition an die Musikhochschule Freiburg im Breisgau berufen.

Brice Pauset wird während des dreitägigen Festivals anwesend sein und sich an der Durchführung der Veranstaltung beteiligen - wie dies bei uns üblich ist.
Zusammen mit dem Komponisten haben wir ein besonders interessantes Programm zusammengestellt. In drei Konzerten und einem Gesprächskonzert mit Brice Pauset werden alle Facetten seines Schaffens präsentiert. International renommierte Interpreten, die viele Jahre mit Pauset zusammengearbeitet haben, werden seine Werke aufführen.

Für das Konzert am Samstag ist es gelungen, die zuletzt in der Berliner Staatsoper an sieben Tagen wiederholte Produktion "Exercices du Silence" nach Weingarten zu holen. Die weltweit bekannte Sopranistin Salome Kammer, der dieses Werk gewidmet ist, erhielt in Berlin begeisterte Kritiken. Dieses Monodram für Sopran, Klavier und Live-Elektronik verspricht ein Höhepunkt des Festivals zu werden.
Das vielfach ausgezeichnete Kairos Quartett wird am Sonntag die Streichquartette von Brice Pauset und eine Uraufführung für Solo Cello darbieten.
Im Eröffnungskonzert am Freitag werden wichtige Ensemblewerke aufgeführt, die den Komponisten Pauset in unterschiedlichen Facetten zeigen. Hier ist der Komponist auch als Interpret seiner eigenen Werke zu hören. Pauset gilt auch als herausragender Cembalist und wird seine Kompositionen für Cembalo selbst aufführen.

Mit diesem Musikfestival erreichen wir neben Oberschwaben und dem Bodenseegebiet auch das überregionale Publikum. In den Veröffentlichungen des Goethe-Institutes, Neue Musik - Aktuelle Tendenzen, 2009, vermerkte M. Nyffeler u.a.: "Ganz im Süden der Republik liegt die Stadt Weingarten, und hier gibt es jeden November ein feines Wochenendfestival: die Internationalen Weingartener Tage für Neue Musik. Sie werden von Rita Jans organisiert und genießen einen hervorragenden Ruf in Fachkreisen."
Wir fühlen uns sehr geehrt, dass in den vergangenen Jahrzehnten die weltweit größten Komponisten unserer Einladung gefolgt sind und während des Festivals drei bis fünf Tage in Weingarten anwesend waren: John Cage (USA) hat 1986 mit den Weingartener Tagen für Neue Musik sein einziges Komponistenportrait in Deutschland durchgeführt. Der Bahnbrecher für Neue Musik Karlheinz Stockhausen war zweimal (1992, 2000) bei uns in Weingarten. Er hat, wie auch der festivalscheue György Kurtág (Ungarn), die Internationalen Weingartener Tage für Neue Musik anderen Festivals vorgezogen. Der Grund mag sicherlich auch darin liegen, dass die Initiatorin Rita Jans mit vielen dieser großen Komponisten in freundschaftlicher Verbindung steht, besonders bei Stockhausen war diese Affinität stark ausgeprägt.
Entsprechend werden unsere Konzerte ausgiebig in der regionalen Presse besprochen, aber auch in der überregionalen Presse sind wir regelmäßig und umfassend vertreten (FAZ, Süddeutsche Zeitung, Südkurier, Südwestpresse, Schwäbische Zeitung u.a.) sowie in allen führenden Musikzeitschriften. Der renommierte Musikkritiker Dr. Schulz schrieb in der Süddeutschen Zeitung: "Weingarten ist in Deutschland immer noch die erste Adresse, wenn man einen Komponisten gründlich und perspektivenreich kennenlernen will." (15.12.04)
In der Februarausgabe 2006 der Neuen Zeitschrift für Musik hieß es: "Dass die Weingartener Tage für Neue Musik nun bereits seit 1986 einem interessierten Publikum die Möglichkeit eröffnen, einen Komponisten oder eine Komponistin persönlich kennen zu lernen, gehört zu den Glücksfällen unseres Musiklebens." In der FAZ vom 20.11.2007 schrieb Gerhard Rohde: "Ein Vorzug des Weingartener Neue-Musik-Festivals liegt in der Konzentration: drei Tage mit vier reichbestückten Konzerten, in denen ausschließlich Werke des jeweils eingeladenen Komponisten aufgeführt werden. Die Anwesenheit der Komponisten schafft eine vertrauliche Atmosphäre: Der sympathische Komponist zum Anfassen fördert das vorurteilsfreie Hören beim Publikum." Es sei erstaunlich, dass es immer wieder gelänge, mit dem zur Verfügung stehenden Etat "bei dem in Weingarten tatsächlich beispielhaft neugierigen Publikum" auf große Resonanz zu stoßen.
In der nmz 12/08 hieß es: "Die Besonderheit [der Internationalen Weingartener Tage für Neue Musik] liegt darin, dass sie nicht, wie etwa Donaueschingen oder Witten, einen umfassenden Überblick über die neuesten Kreationen von zwei Dutzend Komponisten bieten, sondern jeweils einen zeitgenössischen Komponisten in drei Festival-Tagen umfassender präsentieren. Das macht durchaus Sinn: Viele jüngere und sogar ältere Komponisten werden hier und da mit meist nur einem Stück uraufgeführt, eingezwängt oft von bereits renommierten Kollegen. Da lässt sich manchmal nur schwer erkennen, welche Substanz ein noch im Wachsen befindliches Schaffen gewonnen hat. In Weingarten wird das in der Intensivierung besser und schneller erkennbar. Darin liegt der besondere Wert der Weingartener Musiktage."
Dass die Neue Musik nicht nur unmittelbar emotional berührt, sondern häufig auch der Erläuterung und Diskussion bedarf, wurde in Weingarten früh erkannt, deshalb wurde stets ein Festivalschwerpunkt auf die Vermittlung dieser Musik gelegt. Komponisten erläutern ihre Werke, stellen sich der Diskussion mit dem Publikum, proben mit den Interpreten, Studierenden oder auch Schülern und Kindern aus Weingarten und Umgebung und erläutern dabei Fragen der Kompositionstechnik, der Ästhetik und der Interpretation. Diesen Vermittlungsaspekt hebt besonders der Musikkritiker Gerhard Rohde hervor: "Schon bevor auch andere Festivals für Neue Musik das Thema 'Vermittlung' entdeckten, wurde in Weingarten an den musikalischen Nachwuchs gedacht. Die jeweiligen Komponisten erarbeiteten mit jungen Instrumentalisten eigene Werke, die Ergebnisse wurden dann in einem gesonderten Konzert der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt." (nmz 12/08)