Herzlich willkommen
Die 25. Internationalen Weingartener Tage für Neue Musik möchten wir, dem Anlass entsprechend, gebührend feiern. Die Musiktage wurden 1986 erstmals durchgeführt und sie haben sich für uns unerwartet zu einem großen Erfolg entwickelt und genießen eine "hervorragenden Ruf", wie aus der regionalen und überregionalen Berichterstattung zu ersehen ist. Wir freuen uns, dass wir in diesem Jahr zu dem besonderen Jubiläum die Komponistin Sofia Gubaidulina nach Weingarten einladen konnten. Nach einem persönlichen Gespräch in München mit der Initiatorin Rita Jans war die 79-jährige Grande Dame der Internationalen Komponistenszene gerne bereit, nach Weingarten zu kommen und dort ihre Werke vorzustellen.
Sofia Gubaidulina gilt als eine Komponistin, deren kompositorisches Schaffen durch intensive Expressivität, Spiritualität und zutiefst persönliche Ausdrucksweise berührt. Besonders in der Geistlichen Musik hat sie jenseits des alltäglichen Zeiterlebens neue Horizonte eröffnet. "Ernste Musik hat eine wichtige innere Aufgabe. Sie stellt die notwendige Distanz zur Außenwelt her … Ich persönlich leide unter der Außenwelt. Das Leben ist sehr interessant, aber oberflächlich." (Sofia Gubaidulina)
Sie gilt als Ausnahmekomponistin der Neuen Musik, als die bedeutendste Russische Komponistin der Gegenwart und als ein nachdenklicher Mensch, dessen geistiger Horizont nicht jenseits der Musik endet.
Sofia Gubaidulina wird während des dreitägigen Festivals anwesend sein und sich an der Durchführung der Veranstaltung beteiligen - wie dies bei uns üblich ist.
Zusammen mit der Komponistin haben wir ein besonders interessantes Programm zusammengestellt. In drei Konzerten und einem Gesprächskonzert mit Sofia Gubaidulina werden alle Facetten ihres Schaffens präsentiert. International renommierte Interpreten, die viele Jahre mit Gubaidulina zusammengearbeitet haben, werden ihre Werke aufführen.
Mit diesem Musikfestival erreichen wir neben Oberschwaben und dem Bodenseegebiet auch das überregionale Publikum. In den Veröffentlichungen des Goethe-Institutes, Neue Musik - Aktuelle Tendenzen, 2009, vermerkte M. Nyffeler u.a.: "Ganz im Süden der Republik liegt die Stadt Weingarten, und hier gibt es jeden November ein feines Wochenendfestival: die Internationalen Weingartener Tage für Neue Musik. Sie werden von Rita Jans organisiert und genießen einen hervorragenden Ruf in Fachkreisen."
Wir fühlen uns sehr geehrt, dass in den vergangenen Jahrzehnten die weltweit größten Komponisten unserer Einladung gefolgt sind und während des Festivals drei bis fünf Tage in Weingarten anwesend waren: John Cage (USA) hat 1986 mit den Weingartener Tagen für Neue Musik sein einziges Komponistenportrait in Deutschland durchgeführt. Der Bahnbrecher für Neue Musik Karlheinz Stockhausen war zweimal (1992, 2000) bei uns in Weingarten. Er hat, wie auch der festivalscheue György Kurtág (Ungarn), die Internationalen Weingartener Tage für Neue Musik anderen Festivals vorgezogen.
Der Grund mag sicherlich auch darin liegen, dass die Initiatorin Rita Jans mit vielen dieser großen Komponisten in freundschaftlicher Verbindung steht, besonders bei Stockhausen war diese Affinität stark ausgeprägt.
Entsprechend werden unsere Konzerte ausgiebig in der regionalen Presse besprochen, aber auch in der überregionalen Presse sind wir regelmäßig und umfassend vertreten (FAZ, Süddeutsche Zeitung, Südkurier, Südwestpresse, Schwäbische Zeitung u.a.) sowie in allen führenden Musikzeitschriften.
Der renommierte Musikkritiker Dr. Schulz schrieb in der Süddeutschen Zeitung: "Weingarten ist in Deutschland immer noch die erste Adresse, wenn man einen Komponisten gründlich und perspektivenreich kennenlernen will." (15.12.04)
In der Februarausgabe 2006 der Neuen Zeitschrift für Musik hieß es: "Dass die Weingartener Tage für Neue Musik nun bereits seit 1986 einem interessierten Publikum die Möglichkeit eröffnen, einen Komponisten oder eine Komponistin persönlich kennen zu lernen, gehört zu den Glücksfällen unseres Musiklebens."
In der FAZ vom 20.11.2007 schrieb Gerhard Rohde: "Ein Vorzug des Weingartener Neue-Musik-Festivals liegt in der Konzentration: drei Tage mit vier reichbestückten Konzerten, in denen ausschließlich Werke des jeweils eingeladenen Komponisten aufgeführt werden. Die Anwesenheit der Komponisten schafft eine vertrauliche Atmosphäre: Der sympathische Komponist zum Anfassen fördert das vorurteilsfreie Hören beim Publikum." Es sei erstaunlich, dass es immer wieder gelänge, mit dem zur Verfügung stehenden Etat "bei dem in Weingarten tatsächlich beispielhaft neugierigen Publikum" auf große Resonanz zu stoßen.
In der nmz 12/08 hieß es: "Die Besonderheit [der Internationalen Weingartener Tage für Neue Musik] liegt darin, dass sie nicht, wie etwa Donaueschingen oder Witten, einen umfassenden Überblick über die neuesten Kreationen von zwei Dutzend Komponisten bieten, sondern jeweils einen zeitgenössischen Komponisten in drei Festival-Tagen umfassender präsentieren. Das macht durchaus Sinn: Viele jüngere und sogar ältere Komponisten werden hier und da mit meist nur einem Stück uraufgeführt, eingezwängt oft von bereits renommierten Kollegen. Da lässt sich manchmal nur schwer erkennen, welche Substanz ein noch im Wachsen befindliches Schaffen gewonnen hat. In Weingarten wird das in der Intensivierung besser und schneller erkennbar. Darin liegt der besondere Wert der Weingartener Musiktage."
Dass die Neue Musik nicht nur unmittelbar emotional berührt, sondern häufig auch der Erläuterung und Diskussion bedarf, wurde in Weingarten früh erkannt, deshalb wurde stets ein Festivalschwerpunkt auf die Vermittlung dieser Musik gelegt. Komponisten erläutern ihre Werke, stellen sich der Diskussion mit dem Publikum, proben mit den Interpreten, Studierenden oder auch Schülern und Kindern aus Weingarten und Umgebung und erläutern dabei Fragen der Kompositionstechnik, der Ästhetik und der Interpretation. Diesen Vermittlungsaspekt hebt besonders der Musikkritiker Gerhard Rohde hervor: "Schon bevor auch andere Festivals für Neue Musik das Thema 'Vermittlung' entdeckten, wurde in Weingarten an den musikalischen Nachwuchs gedacht. Die jeweiligen Komponisten erarbeiteten mit jungen Instrumentalisten eigene Werke, die Ergebnisse wurden dann in einem gesonderten Konzert der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt." (nmz 12/08)